Höhen und Tiefen des Mama-Seins

15 Juli 2017

Als ich schwanger war, hatte ich eine traumhafte Vorstellung vom Mama-Sein. Alles wird einfach und unkompliziert - das Baby wird viel schlafen, nachts in seinem Bett, keinesfalls im Schlafzimmer, es hält sich an gewisse Rhythmen  und weint bestimmt nur wenig. Die Realität hat aber oft wenig mit den Wunschvorstellungen zu tun. Das Mama-Sein gleicht einer besonderen Erlebnisreise mit vielen Auf und Abs, Höhen und Tiefen.

 

Mama zu sein, ist etwas Wundervolles und Einmaliges. Wenn ich daran denke, als ich dieses kleine zauberhafte und so perfekte Wesen das erste Mal in meinem Arm gehalten habe, kommen mir wieder Tränen in die Augen. Mein Kind aufwachsen zu sehen, erfüllt mich mit großer Freude. Es ist nicht selbstverständlich,  dieses Glück erleben zu dürfen.  Vielmehr ist es ein besonderes Privileg, welches einem  geschenkt wird. Auch wenn meine traumhafte Vorstellung ziemlich wenig mit der gelebten Realität übereinstimmt, so bin ich doch jeden Tag für mein Kind und mein neues Leben dankbar.
Es gibt gute und weniger gute Tage. Von einem schlechten Tag würde ich nicht sprechen, denn ich versuche,  aus schlechten Dingen noch etwas Positives zu ziehen, denn alles hat einen Sinn, genauso wie es passiert.

 

Wie sieht mein Tagesablauf mit Baby aus?
Da ich noch stille, wird unser Tagesablauf in gewisser Weise davon bestimmt. Ich habe zwar mit Beikost angefangen, was Sophie sehr gut gefällt, aber hauptsächlich stille ich noch. Ich habe keine festen Urzeiten, wann ich stille. Ich stille nach Bedürfnis, das heisst, wenn die Kleine Hunger hat. Am Anfang hatte ich versucht, einen 3-Stunden-Rhythmus einzuhalten,  das hat aber nicht funktioniert. Babys sind keine Maschinen, die nach bestimmten Mechanismen funktionieren müssen. Sie haben Bedürfnisse, die sich von Tag zu Tag ändern können.
Wenn mein Mann arbeitet, stehe ich meistens gegen 7 Uhr auf, mache ihm Essen für  den Tag und mache mich selber schnell fertig. Meistens stille ich Sophie zwischen 6 und 7 Uhr, so dass sie dann noch mal etwas schläft.  Schlafen gehört nicht zur ihrer Lieblingsbeschäftigung,  sie ist ein sehr aktives Mädchen, welches die Welt entdecken will. Im Schlafzimmer haben wir das Babybay, ein Beistellbett. Sophies schläft dort mittlerweile immer öfters drin, nachdem sie am Anfang nur direkt neben mir schlafen wollte.
Nachdem ich fertig bin, fange ich mit Hausarbeit an, solange bis sie wach wird. Dann frühstücken wir gemeinsam  in der Küche. Durch den Nomi Hochstuhl mit Neugeboreneneinsatz ist Sophie seit dem ersten Tag  an bei uns beim Essen auf Augenhöhe dabei.  Ich wollte unbedingt, dass mein Kind beim Essen dabei ist und nicht irgendwo alleine in ihrem Bett liegt. Nach dem Frühstück widme ich mich meiner Maus, wasche sie, ziehe sie an, bürste liebevoll ihre Haare und verwöhne sie. Wir kuscheln gerne im Kinderzimmer oder auch auf dem Sofa. Mittlerweile kann sie sich für einen gewissen Zeitraum auch schon selber beschäftigen.  Mein Mann und ich haben einen Laufstall gekauft, dort ist sie sicher und ich kann auch mal aus dem Raum gehen, ohne Angst zu haben, dass etwas passiert. Ihren Laufstall* nenne ich liebevoll "Spielhöhle", denn dort ist alles zu finden, mit dem sie sich aktuell beschäftigt. Sophies Patentante  hat einen Spielbogen* von Baby Fehn*  gekauft, der sich ebenfalls  im Laufstall*  befindet. Ursprünglich  war er unten auf dem Boden, aber da die kleine Maus sich schon auf dem Rücken fortbewegt,  war mir das einfach zu unsicher. In dieser Zeit erledige ich wieder Hausarbeit, beantworte Mails und kümmere mich um meinen Onlineshop.
Da ich Abends koche, mache ich meist gegen Mittag einen Spaziergang mit Sophie und kaufe auf dem Rückweg noch frische Zutaten ein. Wenn wir wieder zu Hause sind, gibt es für mich einen kleinen Mittagssnack  und für Sophie Gemüsebrei. Bislang stehen Pastinaken, Kürbis und Karotten auf ihrem Speisplan, Zucchini ist nicht so ihr Favorit. In der Mittagszeit spiele ich mit ihr, kuschele auf der Couch und halte manchmal mit ihr auch Mittagsschlaf.
Wenn Sophies Papa Nachmittags wieder von der Arbeit zu Hause ist, gehen wir meistens noch mal Spazieren und danach arbeite ich für meinen Onlineshop.  In dieser Zeit ist Papa-Time, denn mein Mann hält mir den Rücken frei, damit ich ungestört arbeiten kann. So sieht ungefähr ein normaler Alltag mit Baby momentan bei mir aus.

 


Welche Herausforderungen zeigen sich im Alltag?

Eigentlich lieben Mädchen doch Kleider. Gerade in den ersten Wochen hatte ich aber jedes Mal bei dem Gedanken, Sophie an- oder umziehen zu müssen, Schweißperlen auf der Stirn. Sophie hat jedes Mal angefangen, loszuweinen vielmehr loszubrüllen. Das hat sich mittlerweile einigermaßen gelegt, aber sie hasst es immer noch, wenn sie eine Mütze anziehen muss. Wir haben jedes Mal einen kleinen Kampf, bis sie an ist. Mittlerweile zieht sie an den Bändeln und macht sie wieder auf, es ist ein dauernder Kampf um die Mütze.
In den ersten 3 Monaten war es schwierig, den Alltag richtig zu organisieren, da dieser maßgeblich durch das Stillen bestimmt wurde. Wie schon oben beschrieben, habe ich nicht nach einem festen Rhythmus, sondern nach Bedarf gestillt. Wir haben auch ein natürliches Bedürfnis, welches sich nicht nach bestimmten Uhrzeiten richtet. Deswegen habe ich auf z.B. auf einen 3-Stunden-Takt verzichtet, was im Alltag aber oftmals schwierig wurde. An manchen Tagen habe ich nur gestillt, d.h. teilweise jede Stunde. Es gibt einfach gute und auch schlechte Tage. Die Stillabstände sind mittlerweile nach einen knappen halben Jahr größer geworden, aber trotz alledem kommt es immer noch vor, dass ich jede Stunde stille. Sophie wird auch nachts gestillt, mittlerweile gibt es Nächte, in denen sie schon 5-6 Stunden am Stück schläft. Das ist für mich sehr ungewohnt, da sie am Anfang doch manchmal nachts stündlich Hunger hatte. Auch wenn es am Anfang hart war, habe ich mich daran gewöhnt, nicht mehr durchschlafen zu können. Die ersten Wochen waren definitiv die Härtesten, mittlerweile haben wir uns da sehr gut eingespielt, so dass mein Mann auch nicht mehr wach wird.
In den ersten Wochen hat Sophie tagsüber noch mehr geschlafen. Ab dem 3. Monat ist das allerdings weniger geworden. Ich bin mittlerweile froh, wenn sie über den Tag verteilt 2-3 Stunden schläft. Oftmals merkt man ihr an, dass sie sehr müde ist, aber einfach nicht einschlafen will und deswegen nicht besonders gut anzusprechen ist. Am Liebsten schläft sie ein, wenn ich direkt in ihrer Nähe bin, mittlerweile klappt es aber auch schon mal ohne mich.
Koliken hatte Sophie zwar keine, oftmals aber in den ersten 3 Monaten Bauchschmerzen. Diese waren sehr hart für mein Baby, weswegen sie oft geweint hat. Kirschkernkissen, Kuscheln, Bauch streicheln haben zumeist sehr gut geholfen. Wenn es gar nicht anders ging, hat ein Kümmelzäpfchen für Beruhigung gesorgt. Man fühlt sich als Mutter hilflos, wenn man sein Baby weinen sieht, aber nichts machen kann, außer zu versuchen, die Schmerzen zu lindern.
Im Großen und Ganzen verläuft unser Alltag sehr harmonisch, aber es gibt halt diese Tage, da gelangt man an seine körperlichen Grenzen und ist mit den Nerven am Ende. Ich bin sehr widerstandsfähig, aber gerade die Wachstumsschübe sind wirklich eine Grenzerfahrung für uns. Von "himmelhochjauchzend" in der einen Sekunde bis hin zu "zu Tode betrübt" in der anderen Sekunde - die Stimmungsschwankungen sind gewaltig. Manchmal denke ich "Ich kann nicht mehr", aber es geht immer wieder weiter und man lernt als Mama jeden Tag etwas Neues hinzu. Auf solche Tage folgen aber zumeist viele sehr schöne Tage, an welchen ich mich an meinem Kind sehr erfreue, da sie momentan tagtäglich etwas Neues entdeckt. Ihr beim Aufwachsen zu sehen zu können, ist ein Geschenk des Himmels. Trotzdem freue ich mich darauf, irgendwann mal wieder durchschlafen zu können, in Ruhe zu Mittag zu essen oder auch mal einfach was für sich zu machen.

 

Wie sieht euer Alltag mit Baby aus? Mit welchen Herausforderungen und Problemen habt ihr zu kämpfen? 

 

Eure
Natascha

 

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1 Kommentar:

  1. Hallo Natascha,

    nur zum Trost... es wird vielleicht nicht besser aber anders... meine Kids sind inzwischen im Teenager-Alter...

    was ich heute einer Jung-Mama mitgeben möchte... genießt die Zeit... lasst lieber Haushalt Haushalt sein... oder holt Euch eine Hilfe falls möglich... die Zeit, in der die Kinder so klein sind, geht wahnsinnig schnell rum... auch wenn es Dir vielleicht jetzt nicht so erscheint...

    auf einmal sind sie groß... nabeln sich so schnell ab... und Mama und Papa spielen dann oft erstmal die 2. Geige... ist natürlich auch wichtig... aber ich denke oft noch... was würde ich drum geben, sie noch mal so klein zu haben...

    mein erstes Kind hatte fast kein Schlafbedürfnis... tagsüber mal eine Stunde war das höchste der Gefühle... (nachts allerdings fast durchgeschlafen), dafür hat mich mein zweites Kind mit 8 h wach am gesamten Tag wirklich geschont... es ist heute noch eine Schlafmütze... so unterschiedlich können Kinder sein...

    Auch wenn manchmal das Schlafdefizit Dir zu schaffen macht... glaub mir, wenn ich Dir sage, diese Zeit geht schnell vorbei...

    Euch alles Gute

    LG Andrea

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